Stand: August 2026
Eine Brustvergrößerung gehört zu den häufigsten ästhetischen Operationen, für die internationale Patientinnen in die Türkei reisen. Besonders Istanbul, Antalya und Izmir verfügen über zahlreiche Fachärzte für plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie sowie private Krankenhäuser, die Brustoperationen für internationale Patienten anbieten.
Die vergleichsweise niedrigen Kosten können attraktiv sein. Eine Brustvergrößerung ist trotzdem keine Behandlung, die nur aus Flug, Operation und Rückreise besteht. Die Auswahl des Chirurgen, Implantatgröße und -form, Voruntersuchungen, Medikamente, die ersten Tage nach der Operation und die langfristige Nachsorge haben erheblichen Einfluss auf Sicherheit und Ergebnis.
Brustimplantate sind außerdem keine lebenslangen Medizinprodukte. Auch nach einer komplikationslosen Operation können später Kontrollen, Bildgebung oder weitere Eingriffe notwendig werden.
Diese Checkliste führt Schritt für Schritt durch die wichtigsten Punkte vor der Reise, am Operationstag und während der Zeit nach einer Brustvergrößerung in der Türkei.
1. Vor der Buchung klären: Vergrößerung oder zusätzlich Straffung?
Nicht jede Brust lässt sich allein mit einem Implantat sinnvoll korrigieren.
Wenn hauptsächlich Volumen fehlt und Brustwarze sowie Haut noch eine günstige Position besitzen, kann eine reine Brustvergrößerung ausreichen.
Bei stärker erschlaffter Brust kann dagegen zusätzlich eine Bruststraffung beziehungsweise Mastopexie notwendig sein.
Das betrifft beispielsweise Veränderungen nach:
- Schwangerschaft
- Stillzeit
- starker Gewichtsabnahme
- Alterungsprozessen
Ein sehr großes Implantat sollte nicht einfach verwendet werden, um ausgeprägte überschüssige Haut „aufzufüllen“.
Das kann langfristig:
- zusätzliche Hautdehnung
- erneutes Absinken
- Belastung des Gewebes
begünstigen.
Vor der Buchung sollte deshalb klar sein, ob tatsächlich eine reine Brustvergrößerung oder eine Kombination mit Straffung geplant ist.
2. Den tatsächlichen Chirurgen auswählen
Der Name der Klinik allein reicht nicht aus.
Vor einer Anzahlung sollte klar sein:
- Wer operiert persönlich?
- Welche Facharztausbildung besteht?
- Wie häufig führt der Arzt Brustvergrößerungen durch?
- Welche Implantate verwendet er regelmäßig?
- Wie häufig führt er Revisionen durch?
- In welchem Krankenhaus findet die Operation statt?
Besonders bei Einrichtungen mit mehreren plastischen Chirurgen sollte der konkrete Operateur im Angebot beziehungsweise Behandlungsvertrag feststehen.
Die persönliche Erfahrung des Chirurgen mit Brustoperationen ist wichtiger als Hotel, Transfer oder Social-Media-Reichweite der Klinik.
3. Autorisierung der medizinischen Einrichtung überprüfen
Für internationale Patienten ist zusätzlich interessant, ob die medizinische Einrichtung für internationalen Gesundheitstourismus autorisiert ist.
Das türkische Gesundheitsministerium veröffentlicht hierfür offizielle Listen.
Die aktuell veröffentlichte Liste trägt den Stand 28. Juli 2026.
Eine solche Autorisierung garantiert kein perfektes Ergebnis, ist aber ein sinnvolles Basiskriterium bei der Auswahl einer medizinischen Einrichtung.
4. Implantatmarke vor der Operation festlegen
Vor einer Brustvergrößerung sollte bekannt sein, welches Implantatsystem verwendet wird.
In der Türkei kommen unterschiedliche internationale Hersteller zum Einsatz.
Häufig angeboten werden beispielsweise Implantate von:
- Motiva
- Mentor
- Polytech
- Natrelle beziehungsweise Allergan
- weiteren zugelassenen Herstellern
Nicht allein die Marke entscheidet über ein gutes Ergebnis.
Ebenso wichtig sind:
- richtige Größe
- Implantatbreite
- Projektion
- Oberfläche
- Form
- Platzierung
- vorhandenes Brustgewebe
Die genaue Implantatbezeichnung sollte trotzdem dokumentiert werden.
5. Implantatpass unbedingt verlangen
Nach der Operation sollte ein Implantatpass beziehungsweise eine Patient Device Card ausgehändigt werden.
Darauf sollten möglichst dokumentiert sein:
- Hersteller
- Implantatmodell
- Größe
- Serien- beziehungsweise Chargennummer
- Position rechts und links
Dieser Pass sollte dauerhaft aufbewahrt werden.
Auch zwanzig Jahre später kann er wichtig sein, wenn beispielsweise:
- ein Implantat kontrolliert werden muss
- eine Revision geplant wird
- Herstellerinformationen benötigt werden
6. Implantatgröße nicht nur nach Cup-Größe auswählen
Eine der häufigsten Fragen lautet:
Wie viele CC brauche ich für Körbchengröße C oder D?
Diese Frage lässt sich nicht zuverlässig mit einer festen Zahl beantworten.
Ein Implantat mit 350 cc kann bei zwei Frauen völlig unterschiedlich wirken.
Eine Rolle spielen unter anderem:
- Brustkorbbreite
- vorhandenes Brustvolumen
- Körpergröße
- Körpergewicht
- Hautelastizität
- Implantatprofil
- Implantatposition
Viel sinnvoller ist deshalb eine Auswahl anhand der individuellen Brustmaße und gewünschten Proportionen.
Probierimplantate beziehungsweise digitale Simulationen können bei der Orientierung helfen.
Eine Simulation ist allerdings keine Garantie für das spätere Ergebnis.
7. Runde oder anatomische Implantate?
Runde Implantate besitzen eine symmetrische Form.
Anatomische Implantate sind tropfenförmig.
Welche Variante besser geeignet ist, hängt von Anatomie und gewünschtem Ergebnis ab.
Runde Implantate müssen keineswegs automatisch künstlich aussehen.
Umgekehrt garantiert ein anatomisches Implantat nicht automatisch ein natürliches Ergebnis.
Wichtig sind vor allem:
- Implantatgröße
- Gewebeabdeckung
- Position
- Brustform
- Erfahrung des Chirurgen
8. Über oder unter dem Brustmuskel?
Brustimplantate können in unterschiedlichen Ebenen platziert werden.
Zu den häufigen Varianten gehören:
- über dem Brustmuskel
- unter der Muskelfaszie
- teilweise unter dem Muskel
- Dual-Plane-Technik
Bei sehr dünnem Eigengewebe kann eine stärkere Muskelabdeckung helfen, Implantatränder weniger sichtbar zu machen.
Bei anderen Patientinnen kann eine Platzierung oberhalb des Muskels sinnvoll sein.
Auch sportliche Aktivität und Anatomie können die Entscheidung beeinflussen.
Es gibt keine Position, die für jede Patientin automatisch besser ist.
9. Vorerkrankungen vollständig angeben
Vor der Operation sollten sämtliche relevanten Erkrankungen mitgeteilt werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Bluthochdruck
- Diabetes
- Gerinnungsstörungen
- frühere Thrombosen
- Autoimmunerkrankungen
- Allergien
- frühere Brustoperationen
Auch familiäre beziehungsweise eigene Brustkrebsvorgeschichte und frühere auffällige Brustuntersuchungen gehören ins ärztliche Gespräch.
10. Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel angeben
Der Operateur beziehungsweise Anästhesist sollte eine vollständige Medikamentenliste erhalten.
Dazu gehören auch:
- rezeptfreie Schmerzmittel
- Blutverdünner
- Vitamine
- pflanzliche Produkte
- Nahrungsergänzungsmittel
Bestimmte Medikamente können das Blutungsrisiko beeinflussen.
Medikamente dürfen niemals eigenständig vor einer Operation abgesetzt werden.
Das gilt besonders für ärztlich verordnete Blutverdünner.
Ob und wann ein Medikament pausiert werden darf, muss individuell medizinisch entschieden werden.
11. Rauchen und Nikotin vorher besprechen
Nikotin verengt Blutgefäße und kann die Wundheilung beeinträchtigen.
Das ist besonders bei einer zusätzlichen Bruststraffung relevant, weil dort größere Hautbereiche und längere Schnittlinien verheilen müssen.
Viele plastische Chirurgen verlangen deshalb eine Nikotinpause vor und nach der Operation.
Die konkrete Dauer sollte mit dem Operateur vereinbart werden.
Dabei zählen nicht nur klassische Zigaretten.
Auch Nikotin aus:
- E-Zigaretten
- Nikotinbeuteln
- Nikotinpflastern
kann relevant sein.
12. Voruntersuchungen durchführen lassen
Vor einer Brustvergrößerung können abhängig von Alter und Gesundheit verschiedene Untersuchungen notwendig sein.
Dazu gehören beispielsweise:
- Blutbild
- Gerinnungswerte
- Leber- und Nierenwerte
- Schwangerschaftstest
- EKG
- Anästhesiegespräch
Je nach Alter, Brustbefund und individueller Vorgeschichte können außerdem Ultraschall oder Mammographie sinnvoll beziehungsweise notwendig sein.
Eine seriöse Klinik sollte nicht jede Patientin ohne medizinische Voruntersuchung direkt operieren.
13. Festlegen, was im Preis enthalten ist
Brustvergrößerungen werden in der Türkei 2026 häufig als Komplettpaket angeboten.
Aktuelle Marktangebote bewegen sich grob im Bereich von etwa 3.000 bis 6.500 US-Dollar, wobei bekannte Spezialisten und umfangreichere Behandlungen darüber liegen können.
Vor der Buchung sollte schriftlich geklärt werden, ob enthalten sind:
- Chirurgenhonorar
- Implantate
- Vollnarkose
- Krankenhaus
- Voruntersuchungen
- Medikamente
- Stütz-BH
- Kontrolltermine
- Hotel
- Flughafentransfer
- Kliniktransfers
Besonders wichtig:
Was kostet eine zusätzliche Krankenhausnacht oder eine Behandlung bei einer Komplikation?
14. Flug und Aufenthalt nicht zu knapp planen
Nach einer Brustvergrößerung sollte nicht direkt am nächsten Morgen zurückgeflogen werden.
Für internationale Patientinnen werden häufig ungefähr 5 bis 7 Tage Aufenthalt geplant.
Bei einer kombinierten Bruststraffung kann ein längerer Aufenthalt sinnvoll sein.
Vor der Rückreise sollte mindestens eine postoperative Kontrolle stattfinden.
Der behandelnde Arzt sollte entscheiden, wann Fliegen medizinisch vertretbar ist.
15. Hotel in Kliniknähe wählen
Nach einer Brustoperation sind lange Taxifahrten durch Istanbul wenig angenehm.
Ein Hotel in der Nähe des Krankenhauses kann deshalb sinnvoller sein als ein touristisch perfekter Standort am anderen Ende der Stadt.
Praktisch sind:
- Aufzug
- kurze Wege
- ruhiges Zimmer
- ausreichend große Dusche
- Roomservice oder Restaurant
- Apotheke in der Nähe
Nach der Operation sollte die Reise zunächst als medizinischer Aufenthalt und nicht als klassischer Städtetrip betrachtet werden.
16. Kleidung für die ersten Tage vorbereiten
Nach einer Brustoperation können Bewegungen der Arme zunächst unangenehm sein.
Praktisch sind deshalb Oberteile, die vorne geöffnet werden können:
- Hemden
- Blusen
- Sweatjacken
- Jacken mit Reißverschluss
Enge Oberteile, die über den Kopf gezogen werden müssen, sind in den ersten Tagen oft unbequem.
Auch Schuhe ohne komplizierte Schnürung können angenehm sein.
17. Am Operationstag nüchtern bleiben – genau nach Anweisung
Eine Brustvergrößerung wird normalerweise unter Vollnarkose durchgeführt.
Deshalb gelten vor der Operation genaue Regeln zu:
- Essen
- Flüssigkeit
- Medikamenten
Die Vorgaben der Klinik und des Anästhesisten müssen exakt eingehalten werden.
Eigenständige Abweichungen können dazu führen, dass die Operation aus Sicherheitsgründen verschoben wird.
18. Nach der Operation Unterstützung organisieren
Nach der Narkose sollte die Patientin nicht allein in ein Hotel geschickt werden.
Gerade während der ersten Nacht ist Unterstützung sinnvoll.
Viele Kliniken planen mindestens eine stationäre Übernachtung beziehungsweise entsprechende Betreuung.
Nach der Entlassung kann es hilfreich sein, dass eine Begleitperson bei:
- Kleidung
- Gepäck
- Essen
- Medikamenten
- Wegen zur Klinik
hilft.
19. Stütz-BH genau nach Anweisung tragen
Nach einer Brustvergrößerung wird häufig ein spezieller postoperativer BH verwendet.
Er kann:
- Brust stützen
- Schwellungen begrenzen
- Implantate während der frühen Heilung stabilisieren
Wie lange und wie konsequent dieser getragen werden soll, unterscheidet sich zwischen Chirurgen.
Einige empfehlen ihn rund um die Uhr über mehrere Wochen.
Andere verwenden zusätzliche Bänder oder andere Protokolle.
Die individuellen Anweisungen des Operateurs sind entscheidend.
20. Schlafen nach der Brustvergrößerung
Während der frühen Heilungsphase wird häufig empfohlen, zunächst auf dem Rücken zu schlafen.
Ein leicht erhöhter Oberkörper kann während der ersten Tage angenehmer sein.
Hilfreich können sein:
- mehrere Kissen
- Keilkissen
- Seitenschläferkissen zur Stabilisierung
Seitliches Schlafen oder Schlafen auf dem Bauch sollte erst erfolgen, wenn der Operateur es freigibt.
21. Schmerzen und Spannungsgefühl richtig einschätzen
Während der ersten Tage können auftreten:
- Druckgefühl
- Spannungsgefühl
- Schmerzen
- Schwellungen
- empfindliche Brust
- eingeschränkte Armbewegung
Besonders bei einer Implantatposition teilweise unter dem Brustmuskel kann sich die Brust zunächst sehr straff anfühlen.
Akute Schmerzen bessern sich bei unkompliziertem Verlauf meistens deutlich innerhalb der ersten Tage.
Schwellungen können mehrere Wochen bestehen.
22. Beide Brüste können zunächst unterschiedlich aussehen
Direkt nach der Operation sollte das ästhetische Ergebnis nicht beurteilt werden.
Implantate können zunächst:
- relativ hoch sitzen
- unterschiedlich geschwollen wirken
- sehr fest erscheinen
Die Brust verändert sich während der folgenden Wochen und Monate.
Der häufig verwendete Ausdruck „Drop and Fluff“ beschreibt das zunehmende Absenken beziehungsweise natürliche Einpassen des Implantats und die Entspannung des Gewebes.
Das endgültige Ergebnis braucht Zeit.
23. Duschen nur nach Freigabe
Wann wieder geduscht werden darf, hängt von:
- Verband
- Wundverschluss
- Klebestreifen
- Drainagen
ab.
Deshalb gibt es keine universelle Regel.
Manche Patientinnen dürfen relativ früh duschen, bei anderen müssen bestimmte Verbände zunächst trocken bleiben.
Die konkrete Anweisung des Operateurs sollte eingehalten werden.
Badewanne, Pool, Meer, Sauna und Hamam sind während der frühen Wundheilung normalerweise ungeeignet.
24. Wunden nicht eigenständig behandeln
Narben sollten nicht mit beliebigen:
- Cremes
- Ölen
- Desinfektionsmitteln
- Hausmitteln
behandelt werden.
Während der frühen Heilungsphase kann ein unpassendes Produkt die Wunde reizen.
Narbenpflege sollte erst nach vollständigem Wundverschluss beziehungsweise entsprechend der ärztlichen Empfehlung beginnen.
Später können beispielsweise Silikonprodukte zur Narbenbehandlung empfohlen werden.
25. Arme bewegen – aber schwere Belastung vermeiden
Vollständige Bewegungslosigkeit ist normalerweise nicht sinnvoll.
Leichtes Gehen wird früh gefördert, unter anderem um Kreislauf und Thromboseprophylaxe zu unterstützen.
Schweres Heben sollte dagegen vermieden werden.
Besonders problematisch können zunächst sein:
- schwere Koffer
- Einkaufstaschen
- Krafttraining
- starkes Drücken und Ziehen
- intensive Oberkörperübungen
Beim Rückflug sollte deshalb möglichst jemand das Gepäck in das Gepäckfach heben.
26. Sport erst schrittweise wieder aufnehmen
Wann Sport wieder erlaubt ist, hängt von Operation und Implantatposition ab.
Leichte Spaziergänge sind normalerweise früh möglich.
Intensivere Belastungen werden deutlich später freigegeben.
Besonders:
- Brusttraining
- Liegestütze
- Bankdrücken
- schweres Krafttraining
können nach Implantatposition unter dem Muskel eine längere Pause erfordern.
Nicht anhand eigener Schmerzfreiheit entscheiden, sondern die Freigabe des Operateurs abwarten.
27. Warnzeichen nach der Operation kennen
Bestimmte Veränderungen sollten rasch medizinisch untersucht werden.
Dazu gehören:
- plötzlich stark zunehmende Schwellung einer Brust
- starke einseitige Schmerzen
- größere Blutung
- hohes Fieber
- zunehmende Rötung
- eitriger Ausfluss
- Atemnot
- Brustschmerz
- starke Wadenschmerzen beziehungsweise einseitige Beinschwellung
Atemnot oder Brustschmerzen nach einer Operation können auf eine ernste Komplikation hinweisen und sind ein medizinischer Notfall.
In solchen Fällen sollte nicht erst auf eine WhatsApp-Antwort der Klinik in der Türkei gewartet werden.
28. Nachsorge in Deutschland vorher organisieren
Dieser Punkt ist bei Medizintourismus besonders wichtig.
Vor der Reise sollte geklärt werden:
- Wer kontrolliert die Wunden nach der Rückkehr?
- Wer beurteilt eine ungewöhnliche Schwellung?
- Wer entfernt gegebenenfalls Fäden?
- Wie erreicht man den türkischen Chirurgen?
- Welche Leistungen sind bei einer Revision enthalten?
- Wer bezahlt eine erneute Reise?
Eine Online-Kontrolle kann unkomplizierte Verläufe begleiten.
Bei einer möglichen Komplikation ersetzt sie keine körperliche Untersuchung.
29. Brustimplantate sind keine lebenslangen Produkte
Brustimplantate müssen nicht automatisch nach exakt zehn Jahren ausgetauscht werden.
Die häufig wiederholte Regel „alle zehn Jahre wechseln“ ist zu pauschal.
Gleichzeitig sind Implantate nicht für garantiert lebenslange Haltbarkeit vorgesehen.
Mit zunehmender Tragedauer steigt die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwann eine weitere Operation notwendig wird.
Gründe können beispielsweise sein:
- Implantatruptur
- Kapselfibrose
- Lageveränderung
- ästhetische Veränderungen
- Wunsch nach anderer Größe
- altersbedingte Veränderungen der Brust
Eine Brustvergrößerung sollte deshalb als langfristige Entscheidung betrachtet werden.
30. Langfristige Kontrolle von Silikonimplantaten
Eine Ruptur eines Silikonimplantats kann teilweise unbemerkt bleiben.
Die FDA empfiehlt für asymptomatische Patientinnen mit Silikongelimplantaten eine erste Ultraschall- oder MRT-Kontrolle etwa 5 bis 6 Jahre nach der Implantation und anschließend ungefähr alle 2 bis 3 Jahre.
Diese Empfehlung kann sich von nationalen oder herstellerspezifischen Vorgaben unterscheiden.
Deshalb sollten die Kontrollen langfristig mit einem behandelnden Arzt abgestimmt werden.
31. Mammographie weiterhin durchführen lassen
Brustimplantate ersetzen keine reguläre Brustkrebsvorsorge.
Bei einer Mammographie sollte das Personal unbedingt darüber informiert werden, dass Brustimplantate vorhanden sind.
Dadurch können spezielle Aufnahmetechniken verwendet werden.
Auch persönliche beziehungsweise familiäre Risikofaktoren für Brustkrebs müssen unabhängig von einer ästhetischen Brustoperation berücksichtigt werden.
32. Kapselfibrose kennen
Um jedes Brustimplantat bildet der Körper natürlicherweise eine dünne Gewebekapsel.
Das ist normal.
Bei einer Kapselfibrose kann dieses Gewebe jedoch stärker verhärten und sich zusammenziehen.
Mögliche Symptome sind:
- zunehmende Härte
- veränderte Brustform
- Schmerzen
- verschobenes Implantat
Bei solchen Veränderungen sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen.
33. BIA-ALCL nicht verschweigen
BIA-ALCL ist eine seltene Form eines Lymphoms, die im Zusammenhang mit Brustimplantaten beschrieben wurde.
Das Risiko ist insbesondere mit bestimmten texturierten Implantatoberflächen verbunden und deutlich stärker mit diesen als mit glatten Implantaten assoziiert.
Mögliche Warnzeichen Jahre nach einer Implantation können sein:
- plötzlich entstehende Flüssigkeitsansammlung
- deutliche Brustschwellung
- Knoten
- Veränderungen rund um das Implantat
Solche Veränderungen sollten medizinisch untersucht werden.
Die Implantatoberfläche sollte deshalb bereits vor der Operation bekannt sein.
Kompakte Checkliste vor der Reise
Vor der Brustvergrößerung sollte Folgendes erledigt sein:
- geeigneten Facharzt ausgewählt
- Operationsklinik überprüft
- Implantatmarke festgelegt
- Implantatgröße und Position besprochen
- reine Vergrößerung oder Straffung geklärt
- Medikamente angegeben
- Vorerkrankungen angegeben
- Nikotin mit Chirurg besprochen
- erforderliche Voruntersuchungen durchgeführt
- Gesamtpreis schriftlich bestätigt
- Hotel und Transfers organisiert
- mindestens mehrere Tage Aufenthalt eingeplant
- lockere Kleidung eingepackt
- Unterstützung für die ersten Tage organisiert
- Nachsorge nach Deutschland geklärt
Kompakte Checkliste nach der Operation
Nach der Brustvergrößerung:
- Medikamente exakt nach ärztlicher Anweisung einnehmen
- Stütz-BH nach Vorgabe tragen
- zunächst auf dem Rücken schlafen
- regelmäßig leicht bewegen
- schwere Gegenstände vermeiden
- Wunden trocken beziehungsweise nach Vorgabe pflegen
- keine eigenständige Narbenbehandlung beginnen
- keinen Pool, Hamam oder Sauna während der frühen Heilung
- Sport nur schrittweise und nach Freigabe
- Implantatpass aufbewahren
- Kontrolltermine wahrnehmen
- bei Warnzeichen sofort medizinische Hilfe suchen
- Ergebnis nicht in den ersten Wochen beurteilen
Fazit: Eine Brustvergrößerung endet nicht mit dem Rückflug aus der Türkei
Eine Brustvergrößerung in der Türkei kann 2026 weiterhin deutlich günstiger sein als eine vergleichbare private Operation in Deutschland.
Die Operation sollte trotzdem nicht auf einen Paketpreis mit Hotel und VIP-Transfer reduziert werden.
Für ein gutes langfristiges Ergebnis sind entscheidend:
- erfahrener Facharzt
- sorgfältige Operationsplanung
- geeignete Implantatgröße
- hochwertiges und dokumentiertes Implantat
- sichere Operationsumgebung
- korrektes Verhalten während der Heilungsphase
- langfristige Kontrollen
Besonders wichtig ist zu verstehen, dass Brustimplantate keine lebenslangen Medizinprodukte sind.
Eine heute erfolgreiche Brustvergrößerung kann viele Jahre problemlos bleiben, trotzdem können später Kontrollen oder weitere Operationen notwendig werden.
Wer bereits vor der Reise weiß, welches Implantat eingesetzt wird, einen Implantatpass erhält, die Nachsorge in Deutschland organisiert und ausreichend Zeit für die Heilung einplant, schafft deutlich bessere Voraussetzungen für eine sichere und langfristig zufriedenstellende Brustvergrößerung in der Türkei.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder plastisch-chirurgische Beratung, Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Eine Brustvergrößerung ist ein chirurgischer Eingriff unter Narkose und kann unter anderem Blutungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen, Narben, Sensibilitätsveränderungen, Kapselfibrose, Implantatverschiebung, Implantatruptur, Serome, Thrombosen, Lungenembolien oder weitere Operationen erforderlich machen. Brustimplantate sind keine lebenslangen Medizinprodukte. Medikamente dürfen vor oder nach einer Operation niemals eigenständig verändert oder abgesetzt werden. Die individuellen Vorgaben des behandelnden Chirurgen zu Stütz-BH, Schlafposition, Duschen, Wundpflege, Sport und Rückflug haben Vorrang vor allgemeinen Empfehlungen. Bei Atemnot, Brustschmerzen, Fieber, starken Blutungen, plötzlich einseitig zunehmender Brustschwellung, starken Schmerzen oder anderen ungewöhnlichen Beschwerden muss unverzüglich medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.