Stand: August 2026
Die ästhetische Gynäkologie hat sich in den vergangenen Jahren zu einem eigenen Bereich innerhalb der Frauenmedizin entwickelt. In der Türkei bieten insbesondere spezialisierte Gynäkologen, plastische Chirurgen und private Kliniken unterschiedliche operative und nichtoperative Behandlungen im weiblichen Intimbereich an.
Besonders Istanbul besitzt eine große Auswahl entsprechender Einrichtungen. Auch in Ankara, Izmir und Antalya werden Labiaplastik, Vaginoplastik, Perineoplastik und weitere intimchirurgische Verfahren angeboten. Hinzu kommen nichtoperative Verfahren mit Laser oder Radiofrequenz, deren Nutzen allerdings je nach Anwendung wissenschaftlich sehr unterschiedlich bewertet wird.
Für internationale Patientinnen können die vergleichsweise niedrigen Kosten und kurzen Wartezeiten interessant sein. Bei ästhetischer Gynäkologie sollte jedoch noch stärker als bei vielen klassischen Beauty-Behandlungen darauf geachtet werden, welche Behandlung tatsächlich sinnvoll ist.
Form, Größe, Farbe und Symmetrie der Vulva unterscheiden sich von Frau zu Frau erheblich. Viele Veränderungen, die in sozialen Medien oder Werbung als „ästhetisches Problem“ dargestellt werden, gehören zur vollkommen normalen Anatomie.
Eine seriöse Beratung sollte deshalb nicht versuchen, normale Körpervarianten zu pathologisieren, sondern zunächst klären, ob tatsächlich Beschwerden bestehen und welches Ergebnis realistisch erreicht werden kann.
Was bedeutet ästhetische Gynäkologie?
Unter ästhetischer Gynäkologie werden unterschiedliche Behandlungen des äußeren und teilweise inneren weiblichen Genitalbereichs zusammengefasst.
Dazu gehören beispielsweise:
- Schamlippenverkleinerung
- Schamlippenkorrektur
- Korrektur der Klitorishaube
- operative Vaginalstraffung
- Perineoplastik
- Volumenaufbau der äußeren Schamlippen
- Eigenfettbehandlungen
- Hymenrekonstruktion
- Laser- und Radiofrequenzbehandlungen
- bestimmte regenerative Verfahren
Dabei muss zwischen medizinisch notwendigen beziehungsweise funktionell begründeten Eingriffen und ausschließlich kosmetischen Behandlungen unterschieden werden.
Beschwerden nach einer Geburt, Beckenbodenschwäche, Inkontinenz, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Senkungsprobleme gehören beispielsweise zunächst in die klassische Gynäkologie beziehungsweise Urogynäkologie.
Eine kosmetische Behandlung darf eine notwendige medizinische Diagnostik nicht ersetzen.
Wie sieht eine normale Vulva aus?
Es gibt keine einzige anatomisch „richtige“ Form.
Innere und äußere Schamlippen können sich erheblich unterscheiden hinsichtlich:
- Länge
- Breite
- Farbe
- Dicke
- Symmetrie
- Pigmentierung
Bei manchen Frauen sind die inneren Schamlippen vollständig von den äußeren bedeckt.
Bei anderen ragen sie deutlich hervor.
Auch wenn eine Seite größer als die andere ist, handelt es sich häufig um eine vollkommen normale anatomische Variante.
Fotos in sozialen Medien, Erotikmedien und Werbung für Intimchirurgie vermitteln dagegen teilweise ein stark vereinheitlichtes Bild.
Eine seriöse gynäkologische Beratung sollte deshalb zunächst erklären, dass natürliche Unterschiede normal sind.
Labiaplastik: Verkleinerung der inneren Schamlippen
Die Labiaplastik gehört zu den häufigsten Eingriffen der ästhetischen Gynäkologie.
Dabei werden normalerweise die inneren Schamlippen verkleinert beziehungsweise neu geformt.
Gründe können funktioneller Natur sein, beispielsweise:
- Schmerzen beim Fahrradfahren
- Reibung beim Sport
- Einklemmen in enger Kleidung
- Beschwerden beim Geschlechtsverkehr
- wiederkehrende mechanische Reizung
Andere Frauen wünschen den Eingriff ausschließlich aus ästhetischen Gründen.
Zu den bekannten Operationstechniken gehören die Trim- und Wedge-Technik.
Welche Methode sinnvoll ist, hängt von der individuellen Anatomie ab.
Entscheidend sollte nicht sein, möglichst viel Gewebe zu entfernen. Die Schamlippen besitzen wichtige Schutz- und Sensibilitätsfunktionen.
Klitorismantelkorrektur
Bei einer sogenannten Clitoral Hood Reduction wird überschüssig erscheinende Haut rund um die Klitoris reduziert.
Die Behandlung wird teilweise gemeinsam mit einer Labiaplastik durchgeführt.
Sie sollte jedoch keinesfalls automatisch Bestandteil jeder Schamlippenkorrektur sein.
Die Klitoris und ihre Umgebung besitzen zahlreiche empfindliche Nervenstrukturen.
Eine zu aggressive Operation kann zu:
- Schmerzen
- Narben
- Überempfindlichkeit
- vermindertem Empfinden
führen.
Deshalb sollte der Nutzen einer zusätzlichen Klitorismantelkorrektur besonders sorgfältig abgewogen werden.
Vaginoplastik: operative Vaginalstraffung
Unter Vaginoplastik wird im Bereich der ästhetischen Gynäkologie häufig eine operative Straffung der Vagina verstanden.
Dabei können Gewebeanteile gestrafft und gegebenenfalls überschüssiges Gewebe entfernt werden.
Eine solche Operation wird teilweise nach Schwangerschaft und vaginaler Geburt gewünscht.
Wichtig ist jedoch zunächst zu unterscheiden, ob tatsächlich eine anatomische Veränderung beziehungsweise Funktionsstörung vorliegt.
Beschwerden können beispielsweise zusammenhängen mit:
- Beckenbodenschwäche
- Geburtsverletzungen
- Senkungen
- Inkontinenz
- Narben
- Veränderungen des Dammbereichs
Solche Probleme sollten vor einer rein ästhetischen Operation fachärztlich untersucht werden.
Eine Vaginoplastik ist außerdem kein garantiertes Mittel für bessere sexuelle Empfindungen oder intensivere Orgasmen.
Was ist eine Perineoplastik?
Das Perineum ist der Bereich zwischen Vaginalöffnung und After.
Nach Geburten können dort Narben oder Gewebeveränderungen zurückbleiben.
Bei einer Perineoplastik können entsprechende Strukturen rekonstruiert beziehungsweise gestrafft werden.
Medizinische Gründe können beispielsweise Beschwerden aufgrund früherer Geburtsverletzungen oder störender Narben sein.
Perineoplastik und Vaginoplastik werden teilweise kombiniert.
Wer ein entsprechendes Paket angeboten bekommt, sollte genau klären, welche Strukturen operiert werden und warum.
Äußere Schamlippen: Verkleinerung oder Volumenaufbau
Auch die äußeren Schamlippen können verändert werden.
Nach Alterung oder starker Gewichtsabnahme kann Volumen verloren gehen.
Andere Frauen besitzen ausgeprägteres Gewebe und wünschen eine Verkleinerung.
Zum Volumenaufbau werden unter anderem angeboten:
- Eigenfett
- Hyaluronsäure-Filler
Eigenfett wird normalerweise zunächst aus einer anderen Körperregion abgesaugt, aufbereitet und anschließend in die äußeren Schamlippen eingebracht.
Ein Teil des Fettgewebes wird vom Körper wieder abgebaut, sodass das endgültige Volumen erst nach einigen Monaten beurteilt werden kann.
Bei Fillern besteht dagegen ein vorübergehender Effekt.
Auch solche Injektionen gehören in medizinisch qualifizierte Hände.
Hymenoplastik
Eine Hymenoplastik beziehungsweise Hymenrekonstruktion wird ebenfalls teilweise zur ästhetischen Gynäkologie gezählt.
Dabei werden vorhandene Gewebeanteile des Hymens chirurgisch rekonstruiert.
Wichtig ist jedoch die medizinische Realität:
Das Hymen ist kein zuverlässiger Nachweis dafür, ob eine Frau Geschlechtsverkehr hatte.
Auch eine Blutung beim ersten Geschlechtsverkehr ist nicht zwingend.
Eine Hymenoplastik kann daher ebenfalls nicht garantieren, dass es später zu einer Blutung kommt.
Die Behandlung erfolgt meist aus persönlichen, kulturellen oder sozialen Gründen.
Was bedeutet „Vaginal Rejuvenation“?
Der Ausdruck Vaginal Rejuvenation beziehungsweise vaginale Verjüngung wird sehr häufig in der Werbung verwendet.
Es handelt sich jedoch nicht um eine präzise medizinische Diagnose.
Unter diesem Begriff können sehr unterschiedliche Verfahren angeboten werden:
- operative Vaginoplastik
- Perineoplastik
- Laserbehandlungen
- Radiofrequenz
- PRP
- Filler
- andere regenerative Verfahren
Allein die Bezeichnung „Vaginal Rejuvenation“ sagt deshalb praktisch nichts darüber aus, was tatsächlich gemacht wird.
Vor einer Behandlung sollte immer die genaue Methode geklärt werden.
Vaginaler Laser
Besonders stark beworben werden Behandlungen mit:
- CO₂-Laser
- Er:YAG-Laser
Dabei wird kontrolliert Energie auf Vaginalgewebe übertragen.
Die Behandlung soll Reparatur- und Umbauprozesse im Gewebe anregen.
Beworben wird vaginaler Laser unter anderem bei:
- vaginaler Trockenheit
- Beschwerden während der Wechseljahre
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- sogenannter vaginaler Lockerheit
- leichter Belastungsinkontinenz
Die wissenschaftliche Bewertung ist allerdings zurückhaltender als viele Werbeaussagen vermuten lassen.
Für zahlreiche Anwendungen fehlen weiterhin hochwertige Langzeitstudien.
Internationale gynäkologische Fachgesellschaften weisen darauf hin, dass die Wirksamkeit vieler sogenannter vaginaler Energy-Based Devices nicht ausreichend belegt ist.
Risiken von Laser und Radiofrequenz
„Nichtoperativ“ bedeutet nicht automatisch risikofrei.
Bei energiegestützten Behandlungen im Vaginalbereich wurden unter anderem beschrieben:
- Verbrennungen
- Schmerzen
- Narbenbildung
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- chronische Beschwerden
- Veränderungen der Sensibilität
Gerade deshalb sollte eine Behandlung nicht in einem gewöhnlichen Kosmetikstudio stattfinden.
Vorher muss außerdem geklärt werden, ob Beschwerden möglicherweise eine andere Ursache besitzen, die gezielter behandelt werden kann.
Radiofrequenzbehandlung
Radiofrequenzgeräte arbeiten nicht mit Laserlicht, sondern erzeugen kontrollierte Wärme im Gewebe.
Auch sie werden beworben zur Behandlung von:
- vaginaler Trockenheit
- sogenannter Gewebelockerung
- leichter Inkontinenz
- sexuellen Beschwerden
Es existieren verschiedene Geräte und Behandlungsprotokolle.
Für manche Anwendungsbereiche zeigen kleinere Studien mögliche Verbesserungen.
Für zahlreiche Werbeversprechen fehlen allerdings weiterhin ausreichend hochwertige Langzeitdaten.
Eine Radiofrequenzbehandlung sollte deshalb nicht automatisch als nachgewiesene Alternative zu etablierten gynäkologischen Behandlungen betrachtet werden.
PRP und der sogenannte O-Shot
Ein weiteres kommerziell angebotenes Verfahren ist PRP.
Dabei wird eigenes Blut entnommen und so verarbeitet, dass ein plasmahaltiges Präparat mit erhöhter Konzentration bestimmter Blutplättchen entsteht.
Dieses wird anschließend in bestimmte Bereiche injiziert.
Im Bereich der ästhetischen Gynäkologie wird teilweise der Marketingbegriff O-Shot verwendet.
Beworben werden mögliche Verbesserungen bei:
- sexueller Empfindung
- Orgasmusfähigkeit
- vaginaler Trockenheit
- bestimmten Beschwerden
Die wissenschaftliche Evidenz reicht jedoch nicht aus, um solche Ergebnisse allgemein zu garantieren.
PRP sollte insbesondere nicht als bewiesene universelle Behandlung sexueller Funktionsstörungen dargestellt werden.
Was ist ein G-Shot?
Beim sogenannten G-Shot werden Filler beziehungsweise andere Materialien in die vordere Vaginalwand injiziert.
Damit soll ein vermeintlicher G-Punkt vergrößert und die sexuelle Empfindung gesteigert werden.
Auch hierfür fehlen überzeugende hochwertige Daten, die eine zuverlässige Verbesserung der Sexualfunktion belegen.
Die individuelle weibliche Sexualität hängt von zahlreichen körperlichen, hormonellen, psychischen und partnerschaftlichen Faktoren ab.
Eine einzelne Injektion kann deshalb nicht als garantierte Lösung für sexuelle Unzufriedenheit betrachtet werden.
Beckenbodenprobleme gehören zur Urogynäkologie
Nach Schwangerschaft und Geburt können Frauen Beschwerden entwickeln wie:
- Belastungsinkontinenz
- Senkungsgefühl
- Druck im Becken
- Schmerzen
- Probleme beim Geschlechtsverkehr
- Schwierigkeiten bei der Darmentleerung
Solche Beschwerden sollten nicht vorschnell mit einem kosmetischen „Vaginal Tightening“ behandelt werden.
Eine urogynäkologische Untersuchung kann klären, ob beispielsweise:
- Beckenbodentraining
- Physiotherapie
- Pessar
- medikamentöse Therapie
- klassische rekonstruktive Operation
sinnvoller ist.
Wechseljahre und vaginale Trockenheit
Nach den Wechseljahren kann ein sinkender Östrogenspiegel zu Veränderungen im Genital- und Harntrakt führen.
Mögliche Symptome sind:
- Trockenheit
- Brennen
- Juckreiz
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- wiederkehrende Harnwegsbeschwerden
Hier existieren etablierte Behandlungsmöglichkeiten.
Dazu gehören abhängig von der individuellen Situation beispielsweise:
- Feuchtigkeitsprodukte
- Gleitmittel
- lokale hormonelle Behandlung
- andere ärztlich ausgewählte Therapien
Laser- oder Radiofrequenzbehandlungen sollten deshalb nicht automatisch als erste oder bessere Lösung betrachtet werden.
Was kostet ästhetische Gynäkologie in der Türkei 2026?
Die Preise unterscheiden sich stark nach Behandlung, Klinik, Narkose und Umfang.
Als grobe Orientierung können 2026 folgende Bereiche vorkommen:
| Behandlung | Ungefähre Kosten |
|---|---|
| Labiaplastik | ca. 1.500–3.000 € |
| Labiaplastik + Klitorismantelkorrektur | ca. 2.500–3.500 € |
| Vaginoplastik | ca. 2.500–4.500 € |
| Vaginoplastik + Perineoplastik | ca. 3.000–5.000 € |
| kombinierte Intimchirurgie | ca. 3.500–6.000 € oder mehr |
| Eigenfett für äußere Schamlippen | ca. 2.000–4.000 € |
| Laser-/Radiofrequenzbehandlung | je nach Sitzungszahl sehr unterschiedlich |
Diese Werte sind nur grobe Marktbereiche.
Der tatsächliche Preis hängt vom individuellen Befund und davon ab, welche Leistungen im Paket enthalten sind.
Warum sind die Preise in der Türkei häufig günstiger?
Die Kostenstruktur türkischer Privatkliniken unterscheidet sich von der in Deutschland.
Eine Rolle spielen unter anderem:
- Personalkosten
- Krankenhauskosten
- Miet- und Betriebskosten
- Wechselkurs
- hohe Zahl internationaler Patienten
- intensive Konkurrenz
Das ermöglicht teilweise niedrigere Selbstzahlerpreise.
Der Preis allein sagt jedoch nichts über die Qualität der Behandlung aus.
Was kann ein Komplettpaket enthalten?
Je nach Anbieter können enthalten sein:
- medizinische Beratung
- Voruntersuchungen
- Operation
- Anästhesie
- Medikamente
- Krankenhaus
- Kontrolluntersuchungen
- Hotel
- Transfer
- Dolmetscher
Vor einer Buchung sollte schriftlich festgehalten werden, welche Leistungen tatsächlich enthalten sind.
Ebenso wichtig ist die Frage, was passiert, wenn Komplikationen einen längeren Aufenthalt erforderlich machen.
Wie lange sollte man in der Türkei bleiben?
Das hängt vollständig von der Behandlung ab.
Nach einer kleineren ambulanten Behandlung können wenige Tage ausreichend sein.
Nach einer operativen Labiaplastik sind häufig ungefähr 3 bis 5 Tage sinnvoll.
Nach Vaginoplastik, Perineoplastik oder Kombinationseingriffen kann ein Aufenthalt von 7 bis 10 Tagen oder länger empfehlenswert sein.
Die Rückreise sollte erst nach einer ärztlichen Kontrolle erfolgen.
Wie lange dauert die Heilung?
Nach einer Intimoperation können in den ersten Tagen auftreten:
- Schwellungen
- Blutergüsse
- Druckgefühl
- Brennen
- leichte Blutungen
- Schmerzen beim Sitzen
Bei einer Labiaplastik kann eine Rückkehr zu leichter Arbeit teilweise nach etwa einer Woche möglich sein.
Bis Sport und Geschlechtsverkehr wieder erlaubt sind, werden häufig ungefähr 4 bis 6 Wochen benötigt.
Bei einer Vaginoplastik kann die Heilungsphase länger sein.
Das endgültige Ergebnis sollte erst nach vollständigem Abschwellen beurteilt werden.
Welche Risiken haben intimchirurgische Operationen?
Mögliche Komplikationen sind unter anderem:
- Blutungen
- Infektionen
- Hämatome
- Wundheilungsstörungen
- Narbenbildung
- Verwachsungen
- Sensibilitätsveränderungen
- Schmerzen
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Asymmetrien
- Überkorrektur
- unbefriedigendes Ergebnis
- erneute Operation
Bei Operationen im Bereich der Klitoris sind Sensibilitätsveränderungen besonders relevant.
Entferntes Gewebe kann nicht einfach wieder ersetzt werden.
Wie findet man eine seriöse Klinik?
Bei ästhetischer Gynäkologie sollte der behandelnde Arzt klar benannt sein.
Wichtige Fragen sind:
- Welche Facharztqualifikation besteht?
- Wie häufig wird die betreffende Operation durchgeführt?
- Warum wird gerade diese Behandlung empfohlen?
- Welche Alternativen gibt es?
- Welche Risiken bestehen?
- Wer führt den Eingriff persönlich durch?
- Wo findet die Operation statt?
- Wie läuft die Nachsorge?
- Wer ist bei Problemen nach der Rückreise Ansprechpartner?
Bei internationalen Patientinnen sollte außerdem geprüft werden, ob die medizinische Einrichtung entsprechend den türkischen Vorschriften für internationalen Gesundheitstourismus autorisiert ist.
Vorsicht bei Marketingbegriffen
Bei ästhetischer Gynäkologie existieren besonders viele Begriffe, die eher aus dem Marketing als aus der Medizin stammen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Vaginal Rejuvenation
- Designer Vagina
- Barbie Vagina
- O-Shot
- G-Shot
- Laser Tightening
- Intimate Rejuvenation
Solche Begriffe sollten niemals die eigentliche medizinische Diagnose ersetzen.
Vor jeder Behandlung sollte klar sein, was anatomisch verändert wird, welche wissenschaftliche Grundlage existiert und welche Risiken entstehen können.
Häufig gestellte Fragen zur ästhetischen Gynäkologie in der Türkei
Was gehört zur ästhetischen Gynäkologie?
Dazu zählen unter anderem Labiaplastik, Klitorismantelkorrektur, Vaginoplastik, Perineoplastik, Veränderungen der äußeren Schamlippen und verschiedene nichtoperative Verfahren.
Ist eine Labiaplastik medizinisch notwendig?
In vielen Fällen nicht. Sie kann jedoch bei ausgeprägten funktionellen Beschwerden medizinisch nachvollziehbar sein.
Sind asymmetrische Schamlippen normal?
Ja. Unterschiede in Größe, Farbe und Form sind sehr häufig und normalerweise vollkommen normal.
Kann eine Vaginalstraffung das Sexualleben verbessern?
Eine Verbesserung kann nicht garantiert werden. Sexualfunktion wird von zahlreichen körperlichen und psychischen Faktoren beeinflusst.
Ist eine vaginale Laserbehandlung sicher?
Laserbehandlungen werden angeboten, die wissenschaftliche Evidenz ist jedoch für viele beworbene Anwendungen begrenzt. Verbrennungen, Narben und chronische Schmerzen sind mögliche Komplikationen.
Ist PRP beziehungsweise der O-Shot wissenschaftlich bewiesen?
Für weitreichende Versprechen zur Verbesserung von Orgasmusfähigkeit oder Sexualfunktion fehlen weiterhin hochwertige Belege.
Wie viel kostet ästhetische Gynäkologie in der Türkei?
Kleinere operative Eingriffe beginnen teilweise im niedrigen vierstelligen Eurobereich. Umfangreiche Kombinationen können 4.000 bis 6.000 Euro oder mehr kosten.
Wie lange darf man nach einer Labiaplastik keinen Sex haben?
Häufig werden ungefähr vier bis sechs Wochen empfohlen. Entscheidend ist jedoch die individuelle Wundheilung.
Wer sollte solche Behandlungen durchführen?
Operative Verfahren sollten von entsprechend qualifizierten Fachärzten mit Erfahrung in Gynäkologie beziehungsweise plastisch-rekonstruktiver Chirurgie durchgeführt werden.
Kann ich Intimchirurgie mit einem Türkei-Urlaub verbinden?
Die Reise sollte bei operativen Eingriffen primär als medizinischer Aufenthalt betrachtet werden. Strand, Schwimmen, Sauna und Sport sind während der frühen Heilungsphase normalerweise ungeeignet.
Fazit: Ästhetische Gynäkologie in der Türkei kritisch und individuell betrachten
Die Türkei bietet 2026 ein umfangreiches Angebot im Bereich der ästhetischen Gynäkologie. Besonders Istanbul verfügt über zahlreiche spezialisierte Ärzte und private medizinische Einrichtungen.
Von der klassischen Labiaplastik über Vaginoplastik und Perineoplastik bis zu Laser-, Radiofrequenz- und regenerativen Verfahren reicht das Angebot.
Gerade deshalb ist eine kritische Auswahl wichtig.
Nicht jede beworbene Behandlung besitzt die gleiche wissenschaftliche Grundlage.
Bei operativen Verfahren sind mögliche Verbesserungen gegen Narben, Schmerzen, Sensibilitätsveränderungen und andere Risiken abzuwägen. Bei sogenannten nichtoperativen Vaginal-Rejuvenation-Verfahren fehlt für zahlreiche Werbeaussagen weiterhin eine ausreichend starke wissenschaftliche Grundlage.
Der wichtigste Ausgangspunkt sollte deshalb immer eine qualifizierte gynäkologische Untersuchung sein.
Normale anatomische Unterschiede benötigen keine Behandlung.
Bestehen dagegen tatsächliche Beschwerden nach Geburten, beim Sport, beim Geschlechtsverkehr oder aufgrund anderer gynäkologischer Veränderungen, sollte zunächst die Ursache diagnostiziert werden.
Wer sich anschließend bewusst für einen ästhetischen Eingriff entscheidet, sollte medizinische Qualifikation, realistische Aufklärung und langfristige Sicherheit wesentlich höher gewichten als Marketingbegriffe, VIP-Pakete oder einen besonders niedrigen Preis.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine gynäkologische oder ärztliche Beratung, Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Form, Größe, Farbe und Asymmetrie der weiblichen Genitalien unterscheiden sich natürlicherweise erheblich und stellen allein normalerweise keine Erkrankung dar. Ästhetisch-gynäkologische Operationen können unter anderem Blutungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen, Narbenbildung, Verwachsungen, Schmerzen, Sensibilitätsveränderungen, Beschwerden beim Geschlechtsverkehr oder erneute Operationen verursachen. Für zahlreiche als „Vaginal Rejuvenation“ vermarktete Laser-, Radiofrequenz-, PRP- oder andere regenerative Verfahren ist die wissenschaftliche Evidenz weiterhin begrenzt. Ob eine Behandlung medizinisch sinnvoll und welches Verfahren geeignet ist, sollte ausschließlich nach einer persönlichen Untersuchung und Beratung durch entsprechend qualifizierte medizinische Fachkräfte entschieden werden.