Stand: August 2026
Der İztuzu-Strand bei Dalyan gehört zu den außergewöhnlichsten Stränden der Türkei. Auf einer schmalen, rund 4,5 Kilometer langen Sandzunge treffen das Mittelmeer, das Dalyan-Delta, ausgedehnte Schilflandschaften und bewaldete Berge aufeinander. Gleichzeitig zählt der Strand zu den wichtigsten Brutgebieten der Unechten Karettschildkröte Caretta caretta an der türkischen Küste.
Gerade diese Kombination macht İztuzu so besonders.
Es handelt sich nicht um einen typischen Ferienstrand mit einer geschlossenen Reihe aus Hotels, Beach Clubs und Restaurants. Große Hotelanlagen fehlen direkt am Strand. Nachts gehört der Sand während der Nistsaison den Meeresschildkröten. Nester werden markiert und geschützt, bestimmte Bereiche dürfen nicht mit Liegen oder Sonnenschirmen belegt werden und der Zugang zum Strand ist nachts eingeschränkt.
Trotz dieser Schutzmaßnahmen ist İztuzu ein hervorragender Badestrand.
Das Wasser ist klar, der Sandstrand ungewöhnlich lang und selbst während der Hauptsaison verteilt sich der Besucherstrom wesentlich besser als an vielen kleinen Buchten der türkischen Küste.
Von Dalyan aus lässt sich İztuzu außerdem auf zwei völlig unterschiedliche Arten erreichen: mit dem Boot durch das berühmte Dalyan-Delta oder über die Straße entlang der Berge.
Wo liegt der İztuzu-Strand?
İztuzu liegt in der Provinz Muğla im Südwesten der Türkei, südlich des Urlaubsortes Dalyan.
Der Strand bildet eine natürliche Barriere zwischen dem Mittelmeer und dem Fluss- beziehungsweise Lagunensystem des Dalyan-Deltas.
Auf der einen Seite liegt das offene Mittelmeer.
Auf der anderen Seite erstrecken sich ruhige Wasserflächen, Kanäle, Schilfinseln und Feuchtgebiete Richtung Dalyan und Köyceğiz-See.
Aus der Luft wird die außergewöhnliche Geografie besonders deutlich: İztuzu erscheint wie ein langer schmaler Sandstreifen zwischen zwei völlig unterschiedlichen Wasserwelten.
Dalyan selbst liegt einige Kilometer landeinwärts. Dadurch befinden sich direkt hinter İztuzu keine großen Hotelkomplexe.
Dieser Umstand hat entscheidend dazu beigetragen, dass die Landschaft ihren natürlichen Charakter bewahren konnte.
Warum wird İztuzu auch Turtle Beach genannt?
İztuzu ist eines der wichtigsten Nistgebiete der Caretta caretta in der Türkei.
Die Unechte Karettschildkröte lebt einen Großteil ihres Lebens im Meer. Weibliche Tiere kehren zur Eiablage an geeignete Sandstrände zurück und graben dort nachts ihre Nester.
İztuzu bietet dafür besonders günstige Bedingungen.
Die Nistsaison erstreckt sich hauptsächlich über die wärmeren Monate. Ab dem späten Frühjahr kommen weibliche Schildkröten nachts an Land, graben im Sand ihre Nester und legen dort ihre Eier ab.
Nach mehreren Wochen schlüpfen die Jungtiere.
Anschließend beginnt für sie der gefährlichste Teil ihres jungen Lebens: der Weg über den Strand bis ins Mittelmeer.
Künstliches Licht, Hindernisse, tiefe Löcher im Sand oder Menschen können die Tiere dabei stören oder in die falsche Richtung lenken.
Genau deshalb gelten am İztuzu-Strand besondere Schutzregeln.
Wie viele Schildkrötennester gibt es am İztuzu-Strand?
Die Zahl schwankt von Jahr zu Jahr erheblich.
Die Schutz- und Forschungsarbeiten am Strand werden unter anderem vom Sea Turtle Research, Rescue and Rehabilitation Centre – kurz DEKAMER – begleitet.
Die wissenschaftliche Überwachung zeigt, wie bedeutend der Strand inzwischen wieder als Brutgebiet ist.
Während der Nistsaison 2025 wurden am Dalyan-İztuzu-Strand 770 Caretta-caretta-Nester registriert.
Das ist eine bemerkenswerte Zahl und zeigt gleichzeitig, warum der Schutz des Strandes keine touristische Inszenierung ist, sondern eine wichtige ökologische Aufgabe.
Nester werden lokalisiert und teilweise durch spezielle Schutzvorrichtungen gegen unbeabsichtigtes Betreten und natürliche Fressfeinde gesichert.
Am Strand sind deshalb während der Saison immer wieder markierte oder geschützte Bereiche zu sehen.
Diese dürfen keinesfalls verschoben, geöffnet oder betreten werden.
Welche Regeln gelten am Turtle Beach?
İztuzu ist ein Badestrand und gleichzeitig ein sensibles Nistgebiet.
Beides funktioniert nur, wenn einige Regeln eingehalten werden.
Während der Nistsaison ist der Strand nachts für Besucher geschlossen. Nach den aktuell veröffentlichten Schutzregelungen gilt die Sperrzeit grundsätzlich von 20:00 bis 08:00 Uhr.
In dieser Zeit sollen die weiblichen Schildkröten ungestört an Land kommen und Jungtiere ihren Weg zum Meer finden können.
Darüber hinaus gelten weitere wichtige Regeln:
- markierte Schildkrötennester nicht betreten
- keine Liegen oder Sonnenschirme innerhalb der Nistzonen aufstellen
- keine tiefen Löcher im Sand zurücklassen
- Schildkröten und Jungtiere nicht berühren
- keinen Müll am Strand zurücklassen
- kein Feuer entzünden
- nachts keine Taschenlampen oder starke Lichtquellen verwenden
- kein Blitzlicht bei Schildkröten einsetzen
- Tiere niemals füttern
- keine Fahrzeuge auf den geschützten Strandbereich bringen
- Hunde nicht in die Nistbereiche mitnehmen
Besonders wichtig sind Löcher und Sandburgen.
Was tagsüber harmlos aussieht, kann nachts für eine ausgewachsene Meeresschildkröte oder ein kleines Jungtier zu einem Hindernis werden. Größere Löcher sollten deshalb vor dem Verlassen des Strandes wieder geschlossen werden.
Kann man am İztuzu-Strand Schildkröten sehen?
Mit etwas Glück ja – allerdings sollte kein normaler Strandtag mit einer garantierten Schildkrötenbeobachtung verwechselt werden.
Erwachsene Caretta caretta kommen hauptsächlich nachts zur Eiablage an den Strand. Genau zu dieser Zeit ist der Strand während der Nistsaison für normale Besucher gesperrt.
Diese Regel ist entscheidend für den Schutz der Tiere.
Auch Jungtiere sollten nicht eigenständig gesucht oder aus ihren Nestern geholt werden.
Wer sich intensiver mit Meeresschildkröten beschäftigen möchte, findet am İztuzu-Strand eine wesentlich bessere Möglichkeit.
DEKAMER – das Schildkröten-Rettungszentrum
Am İztuzu-Strand befindet sich das Sea Turtle Research, Rescue and Rehabilitation Centre DEKAMER.
Das Zentrum ist einer der interessantesten Orte für alle, die mehr über Caretta caretta erfahren möchten.
Hier werden verletzte und kranke Meeresschildkröten behandelt und wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt.
Verletzungen entstehen beispielsweise durch:
- Schiffsschrauben
- Angelhaken und Angelschnüre
- Plastik und anderen Müll
- Kollisionen mit Booten
- Fischereigeräte
- Erkrankungen
Besucher können bestimmte Bereiche des Zentrums besichtigen und mehr über die Arbeit mit Meeresschildkröten erfahren.
Die Tiere dürfen selbstverständlich nicht berührt werden.
Auch Blitzfotografie ist nicht erlaubt.
Gerade für Familien mit Kindern ist ein Besuch interessant, weil hier unmittelbar sichtbar wird, warum Meeresschutz und verantwortungsvoller Tourismus notwendig sind.
Mit dem Boot von Dalyan zum İztuzu-Strand
Die schönste Anreise nach İztuzu erfolgt mit dem Boot.
Vom Zentrum von Dalyan fahren während der Saison regelmäßig Boote Richtung Strand.
Bereits die Fahrt ist eine Sehenswürdigkeit.
Die Route führt zunächst am Dalyan-Fluss entlang. Kurz nach dem Start erscheinen oberhalb des Wassers die berühmten Felsengräber von Kaunos.
Anschließend wird die Landschaft zunehmend natürlicher.
Die Boote fahren durch schmale Kanäle zwischen hohen Schilfwänden. Dahinter öffnen sich immer wieder Lagunen, Feuchtgebiete und kleinere Wasserflächen.
Nach etwa 35 bis 45 Minuten wird die Flussseite des İztuzu-Strandes erreicht.
Die genaue Fahrzeit hängt vom Boot und den Bedingungen auf dem Wasser ab.
Gerade für den ersten Besuch ist diese Route empfehlenswert.
Sie verbindet Transfer, Landschaftserlebnis und Bootsfahrt miteinander.
Mit dem Auto oder Dolmuş nach İztuzu
İztuzu lässt sich auch über die Straße erreichen.
Von Dalyan führt die Route durch eine landschaftlich schöne, teilweise bergige Umgebung zur anderen Seite des Strandes.
Diese Variante endet nicht am gleichen Punkt wie die klassischen Dalyan-Boote.
Dadurch besitzt İztuzu gewissermaßen zwei unterschiedliche Zugänge.
Die Straßenroute ist besonders praktisch für Mietwagenreisende oder für einen Besuch des DEKAMER-Zentrums.
Von Dalyan bestehen während der Saison außerdem lokale Verkehrsverbindungen beziehungsweise Dolmuş-Angebote Richtung Strand.
Welche Variante besser ist, hängt vom Tagesplan ab.
Für das Erlebnis: Boot.
Für maximale Flexibilität: Mietwagen oder Dolmuş.
Wer mehrere Tage in Dalyan bleibt, kann sogar beide Varianten ausprobieren.
Wie ist der Strand selbst?
İztuzu ist überwiegend ein natürlicher Sandstrand.
Seine Länge ist der größte Vorteil.
Selbst wenn sich an den Zugängen, Bootsanlegern und bewirtschafteten Bereichen viele Besucher aufhalten, sind ruhigere Abschnitte erreichbar.
Das Mittelmeer kann je nach Wetter sehr unterschiedlich sein.
An windstillen Tagen ist das Wasser relativ ruhig und klar. Bei Wind entstehen dagegen Wellen.
Der Einstieg ist an vielen Stellen vergleichsweise angenehm, trotzdem sollte das Meer niemals unterschätzt werden.
Familien mit kleinen Kindern sollten besonders auf Wind, Wellen und mögliche Strömungen achten.
Aufgrund des Naturschutzes ist die touristische Infrastruktur bewusst begrenzter als an großen Resortstränden.
Genau das macht İztuzu attraktiv.
Gibt es Liegen und Sonnenschirme?
In den touristisch genutzten Strandabschnitten gibt es saisonal Liegen, Sonnenschirme und einfache gastronomische Einrichtungen.
Allerdings dürfen Strandmöbel nicht überall aufgestellt werden.
Die speziell markierten Nistzonen der Meeresschildkröten müssen frei bleiben.
Die Schutzbereiche sind am Strand erkennbar und sollten großzügig umgangen werden.
Wer lieber möglichst naturbelassen badet, kann ein Handtuch verwenden und etwas Abstand von den stärker frequentierten Zugängen halten.
Gibt es Restaurants und Toiletten?
An den Hauptzugängen gibt es während der Saison grundlegende Infrastruktur.
Dazu gehören je nach Strandseite und Saison unter anderem:
- Toiletten
- Duschen
- Umkleidemöglichkeiten
- einfache Gastronomie
- Getränke
- Snacks
- Liegen und Sonnenschirme
İztuzu sollte trotzdem nicht mit einem großen Beach Club verglichen werden.
Wer den ganzen Tag bleibt, sollte ausreichend Trinkwasser, Sonnenschutz und alles Notwendige für mehrere Stunden am Strand mitbringen.
Ist İztuzu für Familien geeignet?
Grundsätzlich ja.
Der lange Sandstrand, die Natur und die Bootsfahrt machen İztuzu zu einem interessanten Ziel für Familien.
Für Kinder ist außerdem das Thema Meeresschildkröten spannend.
Die Schutzregeln bieten eine gute Möglichkeit, Natur nicht nur anzusehen, sondern auch zu verstehen.
Bei kleineren Kindern sollte allerdings bedacht werden, dass es sich um einen offenen Mittelmeerstrand handelt.
Bei stärkerem Wind können Wellen entstehen.
Auch der Sonnenschutz ist wichtig, da es auf großen Teilen des Strandes kaum natürlichen Schatten gibt.
Wann ist die beste Reisezeit?
Für klassischen Badeurlaub sind besonders Mai bis Oktober interessant.
Mai und Juni
Die Landschaft ist noch vergleichsweise grün und die Temperaturen sind angenehm.
Der Juni eignet sich hervorragend für die Kombination aus Strand, Dalyan und Ausflügen.
Juli und August
Das sind die heißesten und meist auch besucherstärksten Monate.
Ein früher Strandbesuch ist angenehmer als die heißeste Zeit am Nachmittag.
September
September gehört zu den besten Monaten für Dalyan und İztuzu.
Das Mittelmeer ist noch sehr warm, während die extreme Sommerhitze allmählich nachlässt.
Oktober
Auch im Oktober sind warme Strandtage möglich. Das Wetter wird allerdings zunehmend wechselhafter.
Für Besichtigungen von Kaunos und längere Wanderungen sind Frühjahr und Herbst sogar angenehmer als der Hochsommer.
Was lässt sich mit İztuzu kombinieren?
Ein Strandtag lässt sich hervorragend mit weiteren Sehenswürdigkeiten rund um Dalyan verbinden.
Kaunos
Die antike Stadt liegt direkt gegenüber von Dalyan.
Besonders interessant sind das Theater, antike Bäder, Tempelbereiche und die Ruinen des ehemaligen Hafens.
Felsengräber von Kaunos
Die monumentalen Grabfassaden oberhalb des Dalyan-Flusses sind bereits während der Bootsfahrt zu sehen.
Dalyan-Delta
Die Fahrt durch das Delta gehört ohnehin zum Bootstransfer Richtung İztuzu.
Köyceğiz-See
Der große See nördlich von Dalyan lässt sich mit einem eigenen Tagesausflug verbinden.
Sultaniye-Thermalquellen
Die Thermalquellen liegen am Köyceğiz-See und sind ein weiteres bekanntes Ziel der Region.
Der perfekte Tag am İztuzu-Strand
Ein besonders schöner Tagesablauf beginnt morgens in Dalyan.
Nach einem frühen Frühstück geht es zum Bootsanleger.
Anschließend führt die Bootsfahrt vorbei an den Felsengräbern durch das Schilfgebiet Richtung İztuzu.
Der Vormittag und frühe Nachmittag gehören dem Strand.
Auf der Straßenseite kann zusätzlich das Schildkrötenzentrum DEKAMER besucht werden.
Am späten Nachmittag geht es zurück nach Dalyan.
Zum Abschluss bietet sich ein Restaurant direkt am Fluss mit Blick auf die beleuchteten beziehungsweise vom Abendlicht angestrahlten Felsengräber an.
Damit verbindet ein einziger Tag fast alles, was Dalyan besonders macht: Landschaft, Bootsfahrt, Strand, Geschichte und Natur.
Fazit: İztuzu ist viel mehr als nur ein schöner Strand
İztuzu gehört nicht deshalb zu den außergewöhnlichsten Stränden der Türkei, weil hier die größten Beach Clubs, die luxuriösesten Hotels oder die meisten Wassersportangebote stehen.
Das Gegenteil ist der Fall.
Sein größter Wert liegt darin, dass große Teile dieser Landschaft noch immer der Natur gehören.
Auf der einen Seite liegt das offene Mittelmeer, auf der anderen das geschützte Dalyan-Delta. Dazwischen erstreckt sich kilometerweit ein Sandstrand, an dem jedes Jahr Caretta-caretta-Schildkröten ihre Eier ablegen.
Gleichzeitig bleibt İztuzu für Menschen zugänglich.
Es kann gebadet, geschwommen und entspannt werden – allerdings innerhalb klarer Regeln.
Genau diese Balance zwischen Tourismus und Naturschutz macht den Strand so besonders.
Wer Urlaub in Dalyan verbringt, sollte mindestens einen Tag für İztuzu einplanen. Noch besser ist die Anreise mit dem Boot durch das Delta.
Denn dann beginnt das eigentliche Erlebnis nicht erst am Strand.
Es beginnt bereits in Dalyan, zwischen den Felsengräbern von Kaunos und den schmalen Schilfkanälen auf dem Weg zum Mittelmeer.
Hinweis zum Naturschutz: İztuzu ist ein geschützter Niststrand für Meeresschildkröten. Sperrzeiten, zugängliche Bereiche und Schutzvorschriften können angepasst werden. Markierungen und Anweisungen der Naturschutz- und DEKAMER-Teams vor Ort haben immer Vorrang.