Stand: August 2026
Die Halbinsel Gallipoli – auf Türkisch Gelibolu Yarımadası – gehört zu den geschichtlich bedeutendsten Regionen der Türkei. Hier fand 1915 während des Ersten Weltkriegs die Schlacht von Gallipoli beziehungsweise die Çanakkale Savaşları statt. Für die Türkei besitzt die Region eine enorme nationale Bedeutung, während Gallipoli gleichzeitig für Australien und Neuseeland einer der wichtigsten Erinnerungsorte ihrer modernen Geschichte ist.
Heute liegen zwischen bewaldeten Hügeln, kleinen Buchten und den Dardanellen zahlreiche türkische Märtyrerfriedhöfe, britische und französische Denkmäler, ANZAC-Friedhöfe, ehemalige Schützengräben, historische Befestigungen und Museen.
Besucher können unter anderem den berühmten ANZAC Cove, das Denkmal des 57. Regiments, Conkbayırı beziehungsweise Chunuk Bair, Lone Pine, Cape Helles und das monumentale Çanakkale Şehitler Abidesi besuchen.
Gallipoli ist damit weit mehr als eine einzelne Sehenswürdigkeit. Wer die Halbinsel wirklich verstehen möchte, sollte mindestens einen ganzen Tag einplanen. Geschichtsinteressierte können problemlos zwei oder drei Tage in der Region verbringen.
Wo liegt Gallipoli?
Die Gallipoli-Halbinsel liegt im europäischen Teil der Türkei in der Provinz Çanakkale.
Sie bildet die westliche Seite der Dardanellen, der strategisch wichtigen Meerenge zwischen Ägäis und Marmarameer.
Auf der gegenüberliegenden asiatischen Seite liegt die Stadt Çanakkale.
Die Lage erklärt gleichzeitig die enorme militärische Bedeutung der Region.
Wer die Dardanellen kontrollierte, kontrollierte eine der wichtigsten maritimen Verbindungen zwischen Mittelmeer, Marmarameer und Bosporus.
Heute gehört ein großer Teil der historischen Schlachtfelder zum Çanakkale Savaşları Gelibolu Tarihi Alanı, dem historischen Gebiet der Gallipoli-Schlachten.
Warum kam es zur Schlacht von Gallipoli?
Während des Ersten Weltkriegs stand das Osmanische Reich auf der Seite der Mittelmächte.
Großbritannien und Frankreich wollten die Dardanellen durchbrechen und damit unter anderem eine maritime Verbindung zu ihrem Verbündeten Russland schaffen.
Ein weiteres strategisches Ziel bestand darin, den militärischen Druck auf das Osmanische Reich zu erhöhen und die Route in Richtung Konstantinopel – dem heutigen Istanbul – zu öffnen.
Zunächst versuchten die Alliierten, die Dardanellen mit Kriegsschiffen zu erzwingen.
Der entscheidende große Marineangriff fand am 18. März 1915 statt.
Die osmanischen Küstenbatterien und vor allem die Minenfelder in den Dardanellen erwiesen sich jedoch als äußerst wirkungsvoll. Mehrere alliierte Kriegsschiffe wurden versenkt oder schwer beschädigt.
Der Versuch, die Meerenge allein mit Seestreitkräften zu durchbrechen, scheiterte.
Der 18. März wird deshalb in der Türkei bis heute als wichtiger Jahrestag des Sieges von Çanakkale begangen.
Die Landung am 25. April 1915
Nach dem gescheiterten Marineangriff entschieden sich die Alliierten zu einer Landoperation.
Am 25. April 1915 landeten britische, französische, australische und neuseeländische Truppen an verschiedenen Stellen der Gallipoli-Halbinsel.
Britische Truppen gingen hauptsächlich im Süden bei Cape Helles an Land.
Australische und neuseeländische Soldaten landeten weiter nördlich in der Gegend von Arıburnu.
Dieser Küstenabschnitt wurde später als:
ANZAC Cove
bekannt.
ANZAC steht für:
Australian and New Zealand Army Corps.
Die geplante schnelle Eroberung strategischer Höhenzüge gelang jedoch nicht.
Das schwierige Gelände, die steilen Hänge und vor allem der osmanische Widerstand verhinderten einen schnellen Vorstoß.
Mustafa Kemal und Gallipoli
Gallipoli ist untrennbar mit Mustafa Kemal verbunden, dem späteren Gründer der Republik Türkei und später als Atatürk bekannten Staatsmann.
1915 war Mustafa Kemal Oberstleutnant und Kommandeur der 19. Division.
Als ihn Nachrichten über die alliierte Landung bei Arıburnu erreichten, handelte er ohne langes Warten auf neue Befehle und bewegte Teile seiner Truppen in Richtung der strategisch wichtigen Höhen.
Besonders berühmt wurde das 57. Infanterieregiment.
Die türkische Erinnerungskultur verbindet Gallipoli stark mit dem Widerstand dieses Regiments und Mustafa Kemals Führung.
Einer der bekanntesten ihm zugeschriebenen Befehle an seine Soldaten lautet sinngemäß:
„Ich befehle euch nicht anzugreifen, ich befehle euch zu sterben.“
Die daraus gewonnene Zeit ermöglichte es weiteren osmanischen Einheiten, ihre Verteidigungspositionen aufzubauen.
Gallipoli wurde dadurch zu einem entscheidenden Moment in Mustafa Kemals militärischer Karriere.
Vom Bewegungskrieg zum Stellungskrieg
Nach den Landungen entwickelte sich die Schlacht zunehmend zu einem festgefahrenen Stellungskrieg.
Beide Seiten errichteten:
- Schützengräben
- Maschinengewehrstellungen
- Artilleriepositionen
- Versorgungslinien
- Feldlazarette
Teilweise lagen gegnerische Schützengräben nur wenige Meter voneinander entfernt.
Neben Kampfhandlungen litten die Soldaten unter:
- Hitze
- Kälte
- Wassermangel
- Krankheiten
- Fliegen
- mangelhafter Hygiene
- unzureichender Versorgung
Die Verluste auf beiden Seiten waren enorm.
Hunderttausende Soldaten wurden während des gesamten Gallipoli-Feldzugs getötet, verwundet oder erkrankten.
Die Augustoffensive und Chunuk Bair
Im August 1915 unternahmen die Alliierten einen weiteren großen Versuch, den festgefahrenen Feldzug zu entscheiden.
Eine der wichtigsten Positionen war Conkbayırı, auf Englisch meist als Chunuk Bair bezeichnet.
Neuseeländische Truppen erreichten zeitweise Teile des Höhenzuges.
Es folgten äußerst schwere Kämpfe.
Die osmanischen Gegenangriffe verhinderten letztlich einen dauerhaften Durchbruch.
Heute befinden sich auf Conkbayırı sowohl türkische Denkmäler als auch das New Zealand Memorial.
Gerade hier lässt sich sehr gut erkennen, wie dicht türkische und alliierte Erinnerungsorte auf Gallipoli nebeneinanderliegen.
Das Ende der Gallipoli-Kampagne
Im Herbst 1915 war immer deutlicher geworden, dass die Alliierten ihr strategisches Ziel nicht erreichen würden.
Schließlich wurde die Evakuierung beschlossen.
Die ANZAC- und Suvla-Stellungen wurden im Dezember 1915 weitgehend geräumt.
Die letzten alliierten Truppen verließen die südlichen Bereiche der Halbinsel im Januar 1916.
Damit endete der Gallipoli-Feldzug mit einem osmanischen Sieg.
Die Alliierten hatten weder die Dardanellen geöffnet noch die osmanische Hauptstadt erreicht.
Für die Türkei wurde Çanakkale zu einem der wichtigsten militärischen Erinnerungsorte ihrer Geschichte.
1. Çanakkale Şehitler Abidesi
Das Çanakkale Martyrs‘ Memorial – Çanakkale Şehitler Abidesi gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der gesamten Halbinsel.
Das monumentale Denkmal befindet sich am südlichen Ende Gallipolis bei Morto Bay beziehungsweise Hisarlık Burnu.
Es erinnert an die osmanischen Soldaten, die während der Kämpfe von Çanakkale starben.
Der Bau begann 1954.
Eröffnet wurde das Denkmal am 21. August 1960.
Das imposante Bauwerk ist schon aus größerer Entfernung sichtbar.
Hinter dem eigentlichen Monument befindet sich ein großer symbolischer Märtyrerfriedhof mit den Namen Zehntausender gefallener Soldaten.
Wer Gallipoli besucht, sollte diesen Ort unbedingt einplanen.
2. ANZAC Cove
ANZAC Cove gehört zu den international bekanntesten Orten Gallipolis.
Die kleine Bucht liegt an der westlichen Küste der Halbinsel und ist nur etwa 600 Meter lang.
Hier landeten am Morgen des 25. April 1915 australische und neuseeländische Truppen.
Die Landschaft wirkt heute friedlich:
- ruhiges Meer
- kleine Küstenstraße
- steile bewaldete Hänge
- Friedhöfe
- Gedenksteine
Gerade dieser Kontrast macht den Ort besonders eindrucksvoll.
Wer die steilen Hänge hinter der Bucht sieht, versteht außerdem wesentlich besser, unter welchen Bedingungen die angelandeten Soldaten kämpfen mussten.
3. ANZAC Commemorative Site und Arıburnu
In der Umgebung des ANZAC Cove befinden sich mehrere Erinnerungsorte und Friedhöfe.
Besonders bedeutend ist der Bereich von Arıburnu.
Hier erinnert ein Monolith unter anderem an die gefallenen ANZAC-Soldaten.
Gallipoli besitzt eine außergewöhnliche Erinnerungskultur, weil türkische, australische, neuseeländische, britische und französische Denkmäler teilweise nur wenige Kilometer voneinander entfernt liegen.
4. 57. Alay Şehitliği – Denkmal des 57. Regiments
Das 57. Alay Şehitliği gehört zu den bedeutendsten türkischen Erinnerungsorten auf der Halbinsel.
Das 57. Infanterieregiment der 19. Division kämpfte bereits am ersten Tag der Landung gegen die vorrückenden ANZAC-Truppen.
Der heutige Gedenkkomplex wurde 1992 errichtet.
Er besteht unter anderem aus:
- symbolischem Friedhof
- Denkmal
- Gebetsbereich
- Gedenktafeln
Wichtig zu wissen:
Der heutige Gedenkfriedhof ist hauptsächlich symbolisch. Der ursprüngliche Bestattungsbereich liegt an einer anderen Stelle in der Nähe des damaligen Frontgebietes.
5. Conkbayırı – Chunuk Bair
Conkbayırı gehört zu den strategisch wichtigsten Höhen Gallipolis.
Von hier bietet sich ein weiter Blick über Teile der Halbinsel.
Heute befinden sich dort mehrere Erinnerungsorte.
Dazu gehören:
- Atatürk-Siegesdenkmal
- türkische Mehmetçik-Monolithen
- New Zealand Memorial
- historische Kampfbereiche
Für Besucher ist Conkbayırı einer der besten Orte, um das Gelände der Schlacht zu verstehen.
6. Die Stelle von Atatürks beschädigter Uhr
In der Nähe von Conkbayırı befindet sich ein weiterer bekannter Erinnerungsort.
Während der Kämpfe soll ein Granatsplitter beziehungsweise Projektil Mustafa Kemal an der Brust getroffen haben.
Seine Taschenuhr soll dabei den Treffer abgefangen beziehungsweise abgeschwächt haben.
Der Vorfall gehört zu den bekanntesten Geschichten der türkischen Gallipoli-Erinnerung.
Heute ist der entsprechende Ort markiert.
7. Lone Pine Cemetery and Memorial
Lone Pine gehört zu den wichtigsten australischen Erinnerungsorten Gallipolis.
Hier fanden im August 1915 besonders schwere Kämpfe statt.
Der Friedhof und das Denkmal erinnern an australische Soldaten, die während der Gallipoli-Kampagne starben.
In der Umgebung sind teilweise noch Strukturen ehemaliger Schützengräben erkennbar.
Lone Pine ist deshalb nicht nur ein Friedhof, sondern auch ein wichtiger historischer Schauplatz.
8. The Nek
The Nek ist ein schmaler Höhenrücken unweit von Chunuk Bair.
Der Ort wurde besonders durch einen verlustreichen australischen Angriff am 7. August 1915 bekannt.
Heute befindet sich dort ein kleiner Commonwealth-Friedhof.
The Nek gehört zu den stilleren Orten der Halbinsel und vermittelt besonders eindrucksvoll, wie klein manche Kampfbereiche tatsächlich waren.
9. Cape Helles Memorial
Am südlichen Ende Gallipolis steht das mächtige Cape Helles Memorial.
Mit einer Höhe von fast 33 Metern gehört es zu den auffälligsten britischen Denkmälern auf der Halbinsel.
Es erinnert sowohl an die Gallipoli-Kampagne als auch an mehr als 20.000 Soldaten und Angehörige der britischen und Commonwealth-Streitkräfte, deren Grabstätten unbekannt sind beziehungsweise verloren gingen.
Von diesem Bereich aus lässt sich außerdem die strategische Lage am Eingang der Dardanellen besonders gut erkennen.
10. Seddülbahir
Seddülbahir liegt ganz im Süden der Halbinsel.
Hier fanden am 25. April 1915 schwere Landungskämpfe statt.
Zu den interessanten Orten gehören:
- Seddülbahir Castle
- V Beach
- Ertuğrul Bastion
- Sergeant Yahya Memorial
- verschiedene Friedhöfe
Die wiederhergestellte Festungsanlage von Seddülbahir vermittelt einen guten Eindruck von der militärischen Bedeutung des Eingangs zu den Dardanellen.
11. Ertuğrul Tabyası
Die Ertuğrul-Bastion gehörte zu den osmanischen Verteidigungsstellungen am südlichen Küstenabschnitt.
Die türkischen Verteidiger waren am ersten Landungstag zahlenmäßig deutlich unterlegen, konnten den Vormarsch der alliierten Kräfte jedoch erheblich verzögern.
Damit gewannen die osmanischen Truppen wichtige Zeit, um Verstärkungen in die Region zu bringen.
12. Bigalı Atatürk Evi
Das Bigalı Atatürk Evi ist ein weiterer wichtiger Ort für Besucher, die sich mit Mustafa Kemals Rolle beschäftigen möchten.
Das Gebäude diente während der Gallipoli-Kampagne zeitweise als Hauptquartier der 19. Division.
Heute befindet sich dort ein Museum.
Zu sehen sind unter anderem Informationen über Mustafa Kemal, militärische Abläufe und die damaligen Ereignisse.
13. Çanakkale Destanı Tanıtım Merkezi
Das Çanakkale Epic Promotion Centre gehört zu den besten Ausgangspunkten für Besucher, die sich zunächst einen Überblick verschaffen möchten.
Das moderne Besucherzentrum arbeitet mit:
- Multimedia
- historischen Filmen
- Karten
- Simulationen
- visuellen Präsentationen
Wer wenig über Gallipoli weiß, sollte das Zentrum möglichst vor der eigentlichen Rundfahrt besuchen.
Danach lassen sich die Landschaft und Denkmäler wesentlich besser einordnen.
14. Kilitbahir Castle
Direkt gegenüber von Çanakkale liegt Kilitbahir.
Die eindrucksvolle Festung wurde ursprünglich während der osmanischen Zeit errichtet, um gemeinsam mit den Befestigungen auf der asiatischen Seite die Dardanellen zu kontrollieren.
Auch während der Ereignisse des Ersten Weltkriegs spielte die strategische Kontrolle der Meerenge eine zentrale Rolle.
Die Burg ist heute restauriert und gehört zu den sehenswertesten historischen Anlagen der Region.
15. Namazgah Tabyası
Nicht weit von Kilitbahir Castle befindet sich die Namazgah Bastion.
Die Küstenbefestigung gehörte zum Verteidigungssystem der Dardanellen.
Heute befindet sich dort ein Museum.
Wer die Gallipoli-Schlacht nicht nur aus Sicht der Landkämpfe verstehen möchte, sollte Kilitbahir und die Küstenbatterien unbedingt besuchen.
Gallipoli an einem Tag: Die beste Route
Wer nur einen Tag zur Verfügung hat, kann sich auf die wichtigsten Orte konzentrieren.
Eine sinnvolle Route ist:
- Çanakkale
- Fähre nach Kilitbahir oder Eceabat
- Kilitbahir Castle
- Çanakkale Epic Promotion Centre
- ANZAC Cove
- Lone Pine
- Regiment Memorial
- Conkbayırı
- Seddülbahir
- Çanakkale Şehitler Abidesi
Diese Route ist allerdings bereits ziemlich umfangreich.
Wer jeden Ort ausführlich besichtigen möchte, sollte zwei Tage einplanen.
Die offizielle historische Gebietsverwaltung bietet inzwischen selbst Vorschläge für Ein-, Zwei- und Dreitagestouren an.
Mit Auto oder geführter Tour?
Gallipoli lässt sich grundsätzlich mit einem Mietwagen besuchen.
Das Auto bietet den Vorteil, dass einzelne Orte flexibel angefahren werden können.
Die historische Bedeutung vieler unscheinbarer Hügel und Täler ist jedoch ohne Hintergrundwissen schwer zu erkennen.
Ein guter Guide kann deshalb einen erheblichen Unterschied machen.
Besonders interessant ist eine Führung für Besucher, die:
- die genaue Schlachtentwicklung verstehen möchten
- ANZAC-Geschichte interessiert
- türkische Militärgeschichte kennenlernen möchten
- bestimmte Regimenter oder Soldaten verfolgen möchten
Anreise von Çanakkale
Çanakkale ist der praktischste Ausgangspunkt.
Von der Stadt fahren regelmäßig Fähren über die Dardanellen in Richtung:
- Eceabat
- Kilitbahir
Die Überfahrt ist kurz und bietet gleichzeitig einen hervorragenden Blick auf die Meerenge.
Wer mit einem Fahrzeug unterwegs ist, kann ebenfalls übersetzen.
Alternativ lässt sich die Halbinsel inzwischen über die Region auch über Straßenverbindungen und die 1915-Çanakkale-Brücke erreichen.
Eintritt und Öffnungszeiten 2026
Viele Schlachtfelder, Friedhöfe und frei zugängliche Denkmäler auf der Gallipoli-Halbinsel können ohne klassischen Eintritt besucht werden.
Für Museen, Besucherzentren, Burgen und bestimmte historische Einrichtungen können dagegen Eintrittsgebühren und feste Öffnungszeiten gelten.
Die zuständige historische Gebietsverwaltung hat ihre Museumstarife und Öffnungszeiten zuletzt am 16. Juni 2026 aktualisiert.
Da sich Eintrittspreise, Sommer- und Winterzeiten ändern können, empfiehlt es sich, die aktuellen Angaben unmittelbar vor dem Besuch zu kontrollieren.
Wann ist die beste Reisezeit?
Besonders angenehm sind:
April bis Juni
und
September bis Oktober.
Im Hochsommer können die Temperaturen deutlich steigen.
Viele historische Orte liegen im Freien und bieten nur begrenzt Schatten.
Im Sommer gehören deshalb unbedingt ins Gepäck:
- Wasser
- Sonnenschutz
- Kopfbedeckung
- bequeme Schuhe
Der 25. April – ANZAC Day – ist ein besonderer Tag auf Gallipoli.
Dann finden große internationale Gedenkveranstaltungen statt.
Auch der 18. März ist wegen des türkischen Gedenkens an den Sieg von Çanakkale besonders bedeutend.
An diesen Tagen müssen Besucher mit Einschränkungen, Straßensperren und größeren Menschenmengen rechnen.
Wie viel Zeit braucht man?
Für einen normalen Besuch:
mindestens 1 voller Tag
Für Geschichtsinteressierte:
2 Tage
Für eine wirklich ausführliche Erkundung:
3 Tage
Die Halbinsel ist größer, als sie auf einer Karte zunächst wirkt.
Zwischen dem südlichen Bereich um Seddülbahir und den nördlicheren ANZAC-Schlachtfeldern liegen zahlreiche weitere historische Orte.
Verhaltensregeln auf Gallipoli
Gallipoli ist kein gewöhnlicher Freizeitpark.
Viele Bereiche sind:
- Friedhöfe
- Märtyrerstätten
- Gedenkstätten
- ehemalige Schlachtfelder
Besucher sollten sich entsprechend respektvoll verhalten.
Dazu gehört:
- nicht auf Gräber steigen
- keine historischen Gegenstände mitnehmen
- keine Mauern oder Schützengräben beschädigen
- Gedenkveranstaltungen respektieren
- angemessene Kleidung und Verhalten beachten
Noch heute können im Boden historische Objekte und möglicherweise gefährliche militärische Überreste vorhanden sein.
Markierte Wege sollten deshalb nicht unnötig verlassen werden.
Warum Gallipoli auch heute noch wichtig ist
Gallipoli besitzt für unterschiedliche Länder eine jeweils eigene Bedeutung.
Für die Türkei steht Çanakkale für:
- Verteidigung der Heimat
- militärischen Widerstand
- enorme Opfer
- Aufstieg Mustafa Kemals
Für Australien und Neuseeland wurde Gallipoli zu einem entscheidenden Bestandteil ihrer nationalen Erinnerungskultur.
Für Großbritannien, Frankreich und weitere Staaten ist die Halbinsel ebenfalls ein bedeutender Kriegs- und Erinnerungsort.
Gerade deshalb ist Gallipoli heute ein besonderer Ort.
Ehemalige Gegner werden auf derselben Halbinsel gemeinsam erinnert.
Zwischen türkischen Märtyrerfriedhöfen und Commonwealth-Friedhöfen liegen teilweise nur wenige Minuten Fahrt.
Fazit: Gallipoli gehört zu den eindrucksvollsten historischen Reisezielen der Türkei
Wer sich für Geschichte interessiert, sollte Gallipoli bei einer Reise durch die Marmara-Region oder Çanakkale unbedingt besuchen.
Nur wenige Orte der Türkei verbinden Landschaft und Geschichte so unmittelbar.
ANZAC Cove wirkt heute wie eine friedliche kleine Bucht.
Auf Conkbayırı wachsen wieder Bäume.
Zwischen den ehemaligen Frontlinien liegen stille Friedhöfe.
Doch wenn man die Geschichte kennt und die steilen Hügel, schmalen Grate und erhaltenen Schützengräben sieht, wird verständlich, weshalb die Ereignisse von 1915 für mehrere Nationen bis heute eine so große Bedeutung besitzen.
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören:
- Çanakkale Şehitler Abidesi
- ANZAC Cove
- Alay Şehitliği
- Conkbayırı
- Lone Pine
- Cape Helles
- Seddülbahir
- Kilitbahir
- Bigalı Atatürk Evi
- Çanakkale Destanı Tanıtım Merkezi
Wer nur einen Tag hat, kann die wichtigsten Orte besuchen.
Wer Gallipoli wirklich verstehen möchte, sollte jedoch mindestens zwei Tage bleiben und sowohl die türkischen als auch die alliierten Erinnerungsstätten ansehen.
Denn Gallipoli erzählt nicht nur die Geschichte eines militärischen Sieges oder einer Niederlage.
Die Halbinsel erzählt vor allem von Hunderttausenden Menschen, die auf beiden Seiten unter extremen Bedingungen kämpften, verwundet wurden oder ihr Leben verloren – und von einem Ort, der mehr als ein Jahrhundert später zu einem gemeinsamen Platz des Erinnerns geworden ist.